Europa und die Welt

Zusammenfassung

Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945 Dossier zum Deutsch-Französischen Geschichtsbuch Histoire / Geschichte 2

Einleitung

Nun liegt also auch der zweite Band des deutsch-französischen Geschichtsbuchs (DFGB) für die Epoche 1815 bis 1945 vor, zwei Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes über die Zeit nach 1945. Von diesem sind mittlerweile beiderseits des Rheins 80 000 Exemplare verkauft worden. Die Originalität und die Qualität dieses Projekts misst sich ebenfalls an dem breiten Echo in der internationalen Öffentlichkeit. Sogar in Japan und Korea wird das Geschichtsbuch derzeit übersetzt! Transfers bahnen sich an. Es stellt sich die Frage, inwieweit das deutsch-französische Unternehmen für den Prozess der Verständigung und Versöhnung nach Konflikten nutzbar gemacht werden kann. In den letzten Jahren sind andere Projekte auf dem Balkan, in Nahost und in Ostasien entstanden. Es handelt sich nicht so sehr um „gemeinsame Lehrwerke“, die eine curriculare Angleichung zwischen zwei oder mehreren Staaten implizieren würden, sondern eher um „gemeinsame Lehr- und Lernmaterialien“, die dazu beitragen sollen, nationale oder nationalistische Ansätze im Geschichtsunterricht zu überwinden. Diese Materialien gehen meist aus Initiativen zivilgesellschaftlicher oder universitärer Einrichtungen hervor, die neben – manchmal auch gegen – Regierungen agieren; dies unterscheidet sie vom deutsch-französischen Geschichtsbuch.

Die Teamarbeit zwischen Historikern aus Ländern oder Regionen in Post-Konflikt-Situationen stellt gewiss eine wichtige Dynamik im Verständigungsprozess dar. Das Balkan-Projekt, das vor dem deutsch-französischen Geschichtsbuch im Jahre 1997 begonnen worden ist, will zur Versöhnung in Südosteuropa beitragen. Derartige Projekte entsprechen unterschiedlichen Dialogphasen zwischen den Völkern. Im israelisch-palästinensischen Fall handelt es sich noch um das Nebeneinanderstellen von zwei nationalen Narrativen auf einer Doppelseite. Eine fremde Perspektive vorzustellen, stellt jedoch schon eine erste Etappe auf dem Weg zur Anerkennung und Akzeptanz von Divergenzen dar.

[vollstände Einleitung s.u. (Dossier-Beitrag 1)]

 

[Externe Links zum Thema:
Historisches Ereignis: deutsch-französisches Geschichtsbuch (10.03.2005)
Deutsch-französisches Geschichtsbuch (12.05.2006)
"Das Buch ist ein echter Erfolg" (29.09.2011)]

Dossier-Beiträge

  1. Corine Defrance, Reiner Marcowitz und Ulrich Pfeil: Einleitung
  2. Reiner Marcowitz: Teil 1 - Das „lange“ 19. Jahrhundert europäischer Konflikt- und Kooperationsgeschichte Das Zeitalter der Nationen (1814–1914)
  3. Mareike König: Teil 2 - Im Rhythmus der Fabrik Die Herausbildung der Industriegesellschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert
  4. Françoise Lartillot: Teil 3 - Die zahlreichen Facetten der Modernität Kulturelle Entwicklungen im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
  5. Andreas Eckert: Teil 4 - Die global wirksame Existenzform Europas
  6. Nicolas Beaupré: Teil 5 - Krieg, Kultur und europäische Gesellschaften Der erste Weltkrieg
  7. Christoph Cornelissen: Teil 6 - Aufbruch in eine neue Welt?
  8. Ulrich Pfeil: Teil 7: Ein sensibles Thema gemeinsamer Geschichte
  9. Andreas Körber: Das Deutsch-Französische Schulgeschichtsbuch aus fachdidaktischer Perspektive
  10. Daniela Kneissl: Das historische Bildmaterial im Deutsch-Französischen Schulgeschichtsbuch
  11. Corine Defrance: Das Deutsch-Französische Geschichtsbuch: Der 2. Band und die Lehren aus der Vergangenheit

PERSÖNLICHER BEREICH

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