Teil 4 - Die global wirksame Existenzform Europas (Andreas Eckert)

Das Bewusstsein für die Bedeutung von Imperialismus und Kolonialismus in der Weltgeschichte des 19. und 20. Jahrhundert ist zuletzt stark angewachsen und findet ihren Niederschlag in einer umfassenden historiographischen Produktion. Europa wird dabei zunehmend nicht als hermetische Binnenwelt konzipiert, sondern als randoffene, ausstrahlende, nicht zuletzt aber auch absorbierende Zivilisation. Zunehmend setzt sich die Einsicht durch, dass die europäische Expansion keine belanglose Nebensächlichkeit war, sondern geradezu „die global wirksame, einzigartige Existenzform Europas“ (Jürgen Osterhammel) darstellte. Europa realisierte sich in der Welt, in der Auseinandersetzung mit anderen Gesellschaften jenseits der eigenen Grenzen. Diese Außenbeziehungen hatten gewiss nicht immer das gleiche Gewicht, und sie betrafen auch nicht immer die gleichen Räume. Doch die europäische Expansion nach Übersee ist prägender Bestandteil der modernen Geschichte. Sie veränderte die Welt und mit ihr Europa. Mehr noch, die europäische Moderne ist nur schwer denkbar ohne Kolonialismus und Imperialismus. Erfahrungen in der nicht-europäischen Welt haben sich eingeschrieben in europäische Landschaften, Körper und Ideen. Die Gesellschaftsgeschichte europäischer Staaten, vor allem Großbritanniens, Portugals und der Niederlande sowie in vielerlei Hinsicht auch die russische, französische und letztlich auch die deutsche bleiben unvollständig oder gar unverständlich, wenn man sie aus ihren imperial-kolonialen Zusammenhängen löst.

Die jüngere Forschung zum Imperialismus/Kolonialismus ist vor allem durch zwei in der Regel recht unverbundene Schwerpunkte gekennzeichnet. Ein Fokus schaut auf Europa, fragt aber immer weniger – wie noch in der gleichsam klassischen Imperialismushistorie – nach den „Triebkräften“ der Expansion, sondern verstärkt nach den Rückwirkungen der kolonialen Erfahrung auf die europäischen „Mutterländer“. Viele Historiker sehen in den Kolonien nichts weniger als „Labors der Moderne“, einen Ort, wo zentrale Identitätskategorien wie Rasse, Nation und Geschlecht maßgeblich entwickelt wurden; einen Ort auch, in dem sich Missionare, Lehrer, Ärzte und Ingenieure frei von diversen Eingrenzungen der europäischen Gesellschaftsordnung „experimentell“ zu betätigen vermochten. Demnach spielte die koloniale Expansion im 19. und 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle bei der Rekonfiguration europäischer Kultur und Wissenschaften, aber auch etwa die Formen sozialer Disziplin sowie Diskurse über Sexualität in der bürgerlichen europäischen Ordnung entstammten jeweils Modellen und Inspirationen kolonialer Unternehmungen. Daneben gewinnt gerade in den letzten Jahren noch einmal das Thema der kolonialen Gewalt Konjunktur, oft verbunden mit der Frage, wie stark die brutalen Exzesse in den Kolonien auch zu einer Brutalisierung der europäischen Gesellschaften geführt haben. Eine besonders kontrovers diskutierte These ist in diesem Zusammenhang die von einigen Historikern postulierte Verknüpfung vom Genozid an den Herero in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) und dem Holocaust.
Schließlich hat sich, dies ist der zweite große Fokus, in den vergangenen Dekaden für die einst kolonisierten Gebiete eine umfangreiche Spezialforschung etabliert, die u.a. sehr intensiv die durch die europäische Kolonialherrschaft induzierten Veränderungen in afrikanischen oder asiatischen Gesellschaften untersucht. Insgesamt fällt auf, dass es gerade auch unter den jüngeren Studien, die sich dem lange vernachlässigten Feld des deutschen Kolonialismus widmen, eine gewisse Vorliebe für die Untersuchung kolonialer Phantasien und Diskurse gibt. Einige Autoren frönen in diesem Zusammenhang hemmungslos ihrem Hang zur selbstverliebten Übertheoretisierung und ignorieren sowohl die handgreiflichen Realitäten kolonialer Herrschaft als auch die Lebenswelten der Kolonisierten. Aber auch viele empirisch gehaltvollere, rezente Studien haben sich einer zentrumsorientierten Kolonialgeschichte verschrieben, die sich eher wenig für die Gegebenheiten in den Kolonien selbst und schon gar nicht für die Kolonisierten (außer in ihrer Funktion als Projektionsfläche) interessiert. So aufschlussreich Untersuchungen sein können, die sich den Rückwirkungen kolonialer Erfahrungen und Phantasien auf die „Mutterländer“ widmen, so wichtig ist es, die Geschichte der Kolonisierten nicht aus den Augen zu verlieren.

Die dem Thema „Europäische Expansion und Kolonialismus“ gewidmeten Abschnitte in Teil 4 des vorliegenden Bandes sind primär noch einer Perspektive verpflichtet, die nach den Beweggründen des europäischen Kolonialismus fragt, ebenso nach der Bedeutung von Imperialismus und Kolonialismus für das internationale System des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Entfaltung einer europäischen Hegemonie in der Welt und ihre zunehmende Infragestellung durch andere Mächte bilden einen wichtigen Schwerpunkt. Daneben werden aber durchaus auch koloniale Herrschaftspraktiken vor Ort sowie die Erfahrungen der Kolonisierten thematisiert. Erst in der „Bilanz“ kommen unter dem Stichpunkt „Deutsch-Französischer Perspektivenwechsel“ schließlich Hinweise auf die gegenwärtigen Auseinandersetzungen in Frankreich und Deutschland über die koloniale Vergangenheit. Hier ist ein wichtiger Punkt angesprochen, denn die Nachwirkungen des Kolonialismus und der fortdauernde Einfluss der Imperien auf das postkoloniale Europa beginnen vielerorts zu einem wichtigen Thema der Geschichtsschreibung und der öffentlichen Debatten zu werden. Die Erinnerung an den Kolonialismus ist eng verknüpft mit der Gestaltung der gegenwärtigen Beziehungen zwischen Europa und seinen ehemaligen Kolonien. Die vielfältigen Verbindungen zwischen Europa und der einstmals kolonisierten Welt – auf der Ebene des Handels, der Diplomatie, der Sicherheitspolitik und der „Entwicklungszusammenarbeit“ – sind stark mit zeitgenössischen Verständnissen der imperialen Vergangenheit verschränkt. Die markanten Unstimmigkeiten 2003 zwischen europäischen Staaten über die Frage einer bewaffneten Intervention im Irak verweisen etwa auf divergierende Vorstellungen von Europas Rolle in einer postkolonialen Welt. Debatten über Europas Grenzen, demokratische Defizite in zahlreichen ehemaligen Kolonien oder die Rolle der Europäischen Union bei der Förderung von Wohlfahrt und Demokratie in Entwicklungsländern sind ebenfalls vom „Erbe des Kolonialismus“ beeinflusst.


Ein grundsätzlicher Kritikpunkt gleich am Anfang: Didaktisch gut aufgemacht und schon beinahe zu üppig illustriert, leiden die hier zu kommentierenden Abschnitte nicht zuletzt an akutem Platzmangel. Auf wenigen Zeilen müssen jeweils äußerst komplexe Entwicklungen und Gemengelage dargestellt werden. Die Relation zwischen einführendem bzw. Überblickstext und Quellenauszügen ist für viele Themen zu stark zuungunsten des ersteren ausgefallen. Das führt gelegentlich zu irritierenden Aussagen und Einschätzungen.

Kapitel 9 („Europa und die Welt im Zeitalter des Imperialismus“) diskutiert knapp die wesentlichen Ursachen für den Aufstieg Europas. Die Ausführungen zur „kulturellen Ausstrahlung Europas“ (S.160) sind allerdings ein wenig missverständlich. So heißt es etwa: „In Kolonialländern ohne einheitliche Nationalsprache wurde die Sprache der Kolonialherren zur Amtssprache.“ Es gab keine Kolonie, die über eine Nationalsprache verfügte, denn die Mehrzahl der Kolonien waren kulturell äußerst vielfältige Gebilde mit vielen Sprachen, vor allem aber waren sie zum Zeitpunkt der Kolonisierung nahezu ausnahmslos keine Nationen. Dies betraf insbesondere Afrika. Die von den europäischen Kolonialherren vorgenommenen Grenzziehungen nahmen vielerorts keine Rücksicht auf historische gewachsene Gegebenheiten. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Große Teile des zum Kalifat Sokoto gehörenden Emirats Adamaua gerieten unter deutsche Herrschaft, dessen politisches Zentrum Yola hingegen wurde von den Engländern zu Nordnigeria geschlagen. Auch die Ewe sprechenden Gesellschaften im Voltagebiet in Westafrika sahen sich durch die Grenzziehung zwei verschiedenen Kolonien zugeordnet: die einen dem deutschen Togo, die anderen der englischen Goldküste. Geographische Konstellationen machen diese Willkür ebenfalls deutlich. Das Territorium des Staates Senegal wird etwa durch den Staat Gambia wie mit einem Schlauch in der Hälfte durchschnitten. Gambia weist dabei eine Länge von etwa 300 km und eine Breite von maximal 50 km auf und ist auf allen Landseiten von Senegal umgeben. Der sogenannte Caprivi-Zipfel durchtrennt in ähnlicher Weise Botswana und Angola und erschwert die ökonomische Integration in der Region. Als ähnlich problematisch für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich die Grenzen von Benin (ehemals Dahomey) und Togo. Beide westafrikanische Staaten haben „wie zwei nebeneinander gelegte Handtücher“ (Leonhard Harding) jeweils einen sehr schmalen Küstenstreifen und ein langgestrecktes Hinterland. Die Kolonialherren errichteten die Hauptstädte Coutenou und Lomé an der Küste, was die Integration aller Teile des Territoriums in einen modernen Staat zusätzlich erschwerte.


Der Aufstieg der „außereuropäischen Mächte“ Vereinigte Staaten und Japan ist ein wichtiges Kapitel im Zeitalter des Imperialismus und findet hier zu Recht Berücksichtigung. Vielleicht ließe sich zum Abschnitt über Japan (S.162) hinzufügen, dass zum einen der Sieg der Japaner im Russisch-Japanischen Krieg (1904/05) in Europa den Mythos der „gelben Gefahr“ nicht begründete, sondern vertiefte. Zum anderen war der Sieg der Japaner ein wichtiges Fanal für viele politische Aktivisten in der nicht-europäischen Welt und förderte die Ausbreitung politischer Bewegungen, etwa des Pan-Asianismus. China (Dossier, S.164f.) ist ein gut gewähltes Beispiel, um zu illustrieren, dass neben der Errichtung formeller europäischer Kolonialherrschaft die kapitalistischen Großmächte auch informellen wirtschaftlichen und politischen Einfluss gewannen. Allerdings wird in der extrem kurzen Darstellung die Dimension dieses Fallbeispiels nur unzureichend deutlich. China geriet bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in große Schwierigkeiten, als eine ökologische Krise, eine Staatskrise und eine Wirtschaftskrise zusammentrafen. Bald konnte sich das geschwächte Qing-Reich den militärisch unterstrichenen Forderungen westlicher Mächte, insbesondere Englands, nach einer teilweisen Öffnung des – wie man hoffte – riesigen chinesischen Marktes nicht länger widersetzten. Auch die Einrichtung von Handelsstützpunkten sowie Betätigungsfreiheit für Missionare mussten die Chinesen zulassen. In der Folge wurde das Reich der Mitte zum Schauplatz „hochimperialistischer Mächterivalitäten“. Für den Boxeraufstand um 1900, bei dem über 200 Ausländer, aber eben auch Tausende von chinesischen Christen ihr Leben ließen, musste sich China von den internationalen Mächten drakonische Straf- und Sühnebedingungen diktieren lassen, darunter eine auf 39 Jahre verteilte „Boxer-Entschädigung“ in der damals gewaltigen Höhe von 67,5 Millionen Pfund Sterling – mit katastrophalen Folgen für die chinesische Ökonomie.


Kapitel 10 ist der „Kolonialherrschaft“ gewidmet und fragt zunächst nach den Ursachen der Kolonisationswelle Ende des 19. Jahrhunderts, die vor allem Afrika, aber auch Teile Asiens betraf. Zu Recht werden die unterschiedlichen Motive für die kolonialen Eroberungen betont. Man hätte dies noch stärker akzentuieren können: Die Antriebskräfte hinter der kolonialen Expansion differierten von Land zu Land, von Periode zu Periode, von Ort zu Ort. In einigen Fällen gingen strategische Motive mit finanziellen Zielen Hand in Hand, in anderen Fällen vermischte sich wirtschaftlicher Opportunismus mit politischer Megalomanie. Nie aber lässt sich ein spezifisches Interesse als treibende Kraft, aus der alle anderen Motive resultieren, ausmachen. Entstehung und Ausgestaltung der europäischen Kolonialreiche im langen neunzehnten Jahrhundert waren überdies geprägt durch Zufälle und Eventualitäten. Sodann folgt im Band eine kurze Darstellung der „Formen der Herrschaft“ in den Kolonien. Hier findet sich die alte Argumentation, dass jedes „Mutterland“ seine eigene Kolonisationsmethode entwickelt habe: Frankreich eher „direkte Verwaltung“, die Briten hingegen das berühmte System der „indirect rule“: Die Forschung hat jedoch gezeigt, dass diese Doktrinen in der kolonialen Praxis nur selten relevant wurden. Die Verwaltung hing im Einzelnen sehr stark von lokalen Herrschaftsverhältnissen und Konstellationen ab. Im Grunde betrieben aber alle Kolonialmächte „indirekte Herrschaft“, denn aufgrund der schwachen personellen Ausstattung waren alle Kolonialadministratoren vor Ort auf die Kooperation mit einheimischen Kräften abhängig. Im Abschnitt über die „ökonomische Ausbeutung“ (S.176) könnte man hinzufügen, dass in der Folge der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre nicht nur durch Zollmaßnahmen die Abhängigkeit einzelner Kolonien von Europa größer wurde, sondern bald auch – im Zweiten Weltkrieg - die Abhängigkeit der europäischen Kolonialreiche von den Ressourcen ihrer Kolonien.

Lektion 3 dieses Kapitels widmet sich den „Völkern unter kolonialer Herrschaft“ und zeichnet ein noch recht dichotomisches Bild. Es wird nicht ausreichend deutlich, dass die Errichtung kolonialer Herrschaft eine langwierige, ungleichmäßige Angelegenheit und durch ein komplexes Konkurrenzgeflecht geprägt war, in dem nicht selten Europäer gegen Europäer und Einheimische gegen Einheimische standen. Es gab vielerorts Widerstand gegen die kolonialen Eroberer aus Europa, aber ebenso Arrangement und Kooperation. Ein zentraler Aspekt des Kolonialismus war dennoch die Gewalt, in der Regel keineswegs ein Ausdruck der Stärke, sondern der Schwäche der europäischen Kolonialherren. Koloniale Herrschaft blieb immer prekär. Zugleich war sie hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Kolonisierenden und Kolonisierten ambivalent. Zwar folgten koloniale Gesellschaften grundsätzlich dem Prinzip der Distanz. Die oberen Ebenen des kolonialen Staates und der Wirtschaft waren per definitionem europäisch, räumliche Segregation, Paternalismus und Herablassung gegenüber einheimischen Kulturen und Versuche des systematischen Ausbeutung von Einheimischen stellten die Regel dar. Gleichwohl wurden diese Grenzen immer wieder durchbrochen, und so lassen sich koloniale Gesellschaften zumindest ansatzweise durch die Gleichzeitigkeit von Trennung und Verbindung charakterisieren. Diese Verbindungen manifestierten sich – freilich in immer noch hierarchischer Weise – etwa in den sexuellen Beziehungen zwischen männlichen Kolonisierenden und einheimischen Frauen. Jüngere Forschungen betonen die Handlungsspielräume der Kolonisierten und beschreiben die koloniale Situation als einen Prozess ebenso vielfältiger wie widersprüchlicher Auseinandersetzungen. Kolonisierte nutzten in diesem Zusammenhang alle nur verfügbaren Ressourcen, welche die Präsenz von Europäern bot. Ohne die mit dem Kolonialismus einhergehende Gewalt und Ausbeutung verniedlichen zu wollen, ist es unerlässlich, auf die Anstrengungen und Möglichkeiten der Kolonisierten, eigene Lebensformen im und mit dem Kolonialismus durchzusetzen, hinzuweisen. So ist der Hinweis, Afrikaner seien zur Einführung bestimmter Kulturen wie den Kakaoanbau gezwungen worden, missverständlich (S.178). Gerade der Anbau von sog. Cash Crops wie Kakao, also zum Export bestimmten Produkten, ging oft auf die Initiative von Afrikanern zurück. Schließlich bedarf auch das im Text gezeichnete Bild von den „lokalen Eliten, die zwischen den Kulturen standen“ (ebd.) der Differenzierung. Denn diese Eliten waren in der Regel nicht, wie es gerade die ältere Literatur oft betont, zwischen den Kulturen hin- und hergerissen, sondern nutzten oft die Möglichkeiten, die dieser „Zwischenraum“ bot. Wie Frederick Cooper schreibt: „In-between is as much a place to be home as any other“.


Das Dossier zu den Kolonien und dem Ersten Weltkrieg spricht eine ganz entscheidende Periode an, denn mit dem Krieg ging in vieler Hinsicht das „Zeitalter des Imperialismus“ zu Ende. Ein Ende der europäischen Kolonialreiche schien damals aber weiter entfernt denn je. Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson betonte auf der Versailler Friedenskonferenz zwar das Selbstbestimmungsrecht der Völker, doch nirgendwo resultierte daraus unmittelbar die Unabhängigkeit von Kolonien. Der neu gegründete Völkerbund drückte den damaligen Paternalismus der Großmächte eindrucksvoll aus, wie der im Buch abgedruckte Art. 22 des Völkerbundmandates eindrücklich dokumentiert. Die enttäuschten Hoffnungen, die sich nach anfänglichem Enthusiasmus über Wilsons berühmte 14 Punkte breit machte, war vor allem in Asien – weniger hingegen in Afrika – ein unmittelbarer Impuls für die Formierung bzw. Dynamisierung antikolonialer Bewegungen. Der einführende Text zu diesem Dossier hätte etwas mehr Substanz verdient gehabt.


Leider wird die Zwischenkriegszeit, vor allem die für die weitere Entwicklung des kolonialen Projekts so wichtige Weltwirtschaftskrise in der Darstellung nicht angesprochen. Die weiterführenden Literaturhinweise wirken recht arbiträr. Insgesamt verdient die Leistung der Autoren, ein extrem vielfältiges und kompliziertes Themenfeld didaktisch sorgfältig aufbereitet zu haben, jedoch großen Respekt.


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